Herzlich Willkommen auf der Informationsseite des Fachbereiches Flucht und Migration des Diakonischen Werkes im Neckar-Odenwald-Kreis

Das Diakonische Werk Neckar-Odenwald-Kreis heißt Sie auf der Informationsseite des Fachbereichs Flucht und Migration herzlich Willkommen.

Sie finden auf unserer Seite Informationen zu unseren Beratungsangeboten im Bereich Flucht und Migration sowie spezielle zusammengestellte, aktuelle Informationen und Arbeitshilfe für Ehrenamtliche, Asylkreise und Gemeinden. Darüber hinaus können Sie unser Schulungsangebot einsehen und sich über unsere Seite anmelden.

Bei Fragen, Wünschen oder Anregungen schreiben Sie uns gerne eine Email unter asyldontospamme@gowaway.diakonie-nok.de

Ihr Flumi-Team

Interkulturelle Woche Mosbach - Kundgebung Seebrücke - schafft sichere Häfen!

„Seenotrettung ist kein Verbrechen“ 

Mehr als 160 Menschen kamen zur Kundgebung „Seebrücke – schafft sichere Häfen!“, veranstaltet vom Ev. Kirchenbezirk und der Diakonie Neckar-Odenwald am vergangenen Freitag, darunter viele Menschen, die selbst über das Mittelmeer nach Europa kamen und Schreckliches erlebten. Der Marktplatz war übersät von orange Gekleideten – der offiziellen Farbe der Kampagne - und Plakaten, auf denen zum Beispiel „Retten ist kein Verbrechen!“ oder „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“ zu lesen war. „Ich freue mich, dass wir heute uns hier treffen können, um ein Zeichen für Menschlichkeit und Hoffnung, ein Zeichen für Solidarität und Frieden in der Welt zu setzen.“ Mit diesen Worten begann Dekan Folkhard Krall sein Statement für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Er richtete seine Ansprache an die Nobelpreisträger und –trägerinnen auf dem Marktplatz, nämlich an jeden EU-Bürger und jede EU-Bürgerin – allesamt Repräsentanten der EU, die den Friedensnobelpreis erhalten hat. Nancy Gelb, Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration, eröffnete mit den Worten: „Wir sind heute hier, um unsre Stimmen dagegen zu erheben, dass Menschen und Boote von Grenzpatrouillen zurückgedrängt und beschossen werden und wir sprechen uns dafür aus, dass die privaten Seenotretter und Seenotretterinnen nicht kriminalisiert werden, sondern ihre lebensrettenden Hilfen durchführen dürfen!“ Jeannette Bell, Mitarbeiterin der Diakonie Neckar-Odenwald, fragte sich und ihre Zuhörer: „Wollen wir durch die von uns als Wählerinnen und Wähler legitimierte Politik mitschuldig sein an dem Tod von Tausenden Menschen im Mittelmeer? Können wir wegschauen, wenn Seenotretter daran gehindert werden, ertrinkenden Menschen das Leben zu retten? Tragen wir diese deutsche und europäische Politik mit? Wir als Kirche haben eine klare Antwort auf diese Fragen: Nein, wir tragen diese Politik nicht mit!“

Als Hauptredner war Friedrich Reich, Mitgründer der Organisation ResQship, zur Kundgebung angereist. Er war selbst zwei Mal auf dem Mittelmeer unterwegs, um Menschenleben zu retten. Er berichtete:„ Ich war an einer Rettungsmission der Seawatch beteiligt. Wir wurden allerdings von der libyschen Küstenwache an der Rettung gehindert. Wir mussten zusehen, wie die Menschen auf dem Boot um ihr Leben kämpften und teilweise vor unseren Augen ertranken. Wir hatten genügend Rettungswesten an Bord. Wir hätten helfen können.“ Für Reich ist die aktuelle Verhinderungspolitik zur Seenotrettung nicht nachvollziehbar und unmenschlich. Er dankte daher allen Anwesenden für ihre Solidarität mit den Rettern. Noch immer war er sichtlich bewegt vom Erlebten und erschüttert über die zunehmende Abschottung und Grenzsicherung zulasten von Menschenleben. Reich machte darauf aufmerksam, dass Seenotrettung völkerrechtlich geregelt ist und eine Pflicht jeden Schiffes und dessen Crew darstellt. Das Auslaufen von Rettungsschiffen zu behindern oder gar zu verbieten führe zwangsläufig zu mehr Toten. Die Umsetzung des Seerechts diene auch der Verwirklichung  der universell geltenden Menschenrechte. Doch diese begraben wir dieser Tage im Mittelmeer, so Reich. Allein in diesem Jahr sind schon mehr als 1600 Menschen auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Die Abschottungspolitik im Sinne von „Grenzen statt Menschen schützen“, die Beendung der italienischen Seenotrettungsmission „Mare Nostrum“ und die generelle Kriminalisierung der privaten Seenotrettung führen dazu, dass die Überfahrt nach Europa noch häufiger für Männer, Frauen und Kinder tödlich endet. 

Die Kundgebung fand im Rahmen der Interkulturellen Woche statt und war Teil der bundesweiten Kampagne „Seebrücke – schafft sichere Häfen“ (www.seebruecke.org). Die Seebrücke wurde initiiert von haupt- und ehrenamtliche Aktivistinnen in der Seenotrettung und Geflüchtetenhilfe als Ende Juni die „Lifeline“ mit 234 Menschen an Bord tagelang auf hoher See ausharren musste und in keinen europäischen Hafen einlaufen durfte. Inzwischen sind über 100 000 Menschen im Namen der Seebrücke auf die Straße gegangen. Umrahmt wurde die Kundgebung von verschiedenen Aktionen. Der Marktplatz wurde in ein Meer umgewandelt, auf dem Schlauchboote und Rettungswesten verteilt waren. Teilnehmer konnten orangene Papierschiffchen basteln und sie dort symbolisch „zu Wasser“ lassen, um ihre Unterstützung und Anteilnahme auszudrücken. Orangene Heliumluftballons mit Namen und Todesdaten von Personen, die die Flucht nach Europa mit ihrem Leben bezahlten, waren auf dem Marktplatz verteilt. Stefanie vom Hoff, die Pfarrerin der Ev. Stiftskirche Mosbach, las ihre Namen vor und läutete eine Schweigeminute für alle Verstorbenen ein. Schließlich beendete sie die Kundgebung mit einem Fürbittgebet.

Wenn Sie sich für Seenotrettung einsetzen wollen und ein Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer setzen wollen, unterschreiben Sie die Petition für humanere Flüchtlingspolitik lanciert von Beatrice von Weizäcker, Sven Giegold (Europaabgeordneter) und Ansgar Gilster (Historiker). Garantierte Menschenrechte und christlichen Werte sollen im Umgang mit Geflüchteten umgesetzt werden. Die Petition kann online unter www.change.org/fluechtlingspolitik unterschrieben werden und liegt im Diakonischen Werk, Neckarelzer Str. 1, Mosbach aus.

 

 

 

Interkulturelle Wochen Mosbach 2018

Am kommenden Sonntag, 23.09.2018 starten die Interkulturellen Wochen Mosbach 2018 um 10.10 Uhr in der Stiftskirche Mosbach.

Alle Informationen zu den Veranstaltungen können Sie dem Flyer der IK 2018 entnehmen. Der Flyer ist hier abrufbar.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung zur Lesung am 9.10 und zum Theaterabend mit der Berliner Compagnie am 23.11.

Ihre Anmeldung richten Sie bitte an asyldontospamme@gowaway.diakonie-nok.de oder über diese Homepage unter Veranstaltungen, dort können Sie sich direkt online anmelden.

Ich würde mich freuen, wenn ich Sie bei der ein oder anderen Veranstaltung begrüßen dürfte.

Ihre Nancy Gelb

Die Kirchenbezirke Mosbach, Adelsheim-Boxberg, Kraichgau und Neckargemünd-Eberbach sagen DANKE

Liebe Ehrenamtliche in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit,

viele Menschen flüchteten in den letzten Jahren vor Krieg und Zerstörung aus ihren Heimatländern. Sie kamen zu uns nach Deutschland, nach Baden-Württemberg, in unseren Landkreis. Sie alle hießen die Menschen willkommen, schafften in Ihren Gemeinden Raum und Zeit für Begegnungen. Sie unterstützen die Menschen bei Ihrer Ankunft, dem Asylverfahren, dem Alltag in einem neuen Zuhause und sind Türöffner und Brückenbauer in die Gemeinden und die Gesellschaft.Wir, die Kirchenbezirke Mosbach, Adelsheim-Boxberg, Neckargemünd-Eberbach und Kraichgau

Wir möchten uns bei Ihnen für Ihr überwältigendes Engagement herzlich bedanken und laden Sie daher zu unserem Theaterabend mit der Berliner Compagnie „Anders als du glaubst – Ein Theaterstück über Juden, Muslime, Christen und den Riss durch die Welt“ ein. Die Tickets sind für Sie und Ihre Begleitperson kostenlos.

                                                                              Wann: 23.11.2018

                                                Wo:     Alte Mälzerei Mosbach, Alte Bergsteige 7                         

                                                             Beginn: 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr

 Eine fromme Muslima, eine gläubige Christin, ein gottesfürchtiger Jude, ein linker Atheist und ein eingefleischter Skeptiker. Ausgerechnet sie finden sich gemeinsam nach einem tödlichen Anschlag im postmortalen Niemandsland. Ist es die Vorhölle? Ist es der Weg ins Paradies? Natürlich streiten sie. Wie auf Erden so im Himmel. Bis sie merken: Es gibt eine gemeinsame Aufgabe. Und so machen sie sich auf. Eine abenteuerliche Reise führt sie zu den irdischen, menschengemachten Orten der Hölle. Denn wie steht es im Koran: „Allah verändert nicht den Zustand der Menschen, bis sie selbst ihren eigenen Zustand verändern!“ (mehr Infos über die Berliner Compagnie und das Theaterstück erfahren Sie unter www.berlinercompagnie.de)

Tickets bekommen Sie unter asyldontospamme@gowaway.diakonie-nok.de oder unter 06261/92 99-292. (nur solange der Vorrat reicht)

Wir freuen uns auf Ihr Kommen

Ihre Ev. Kirchenbezirke

Neckargemünd-Eberbach, Kraichgau, Mosbach, Adelsheim-Boxberg

 

 

wichtigen Infos vom Familienzusammenführungs-Unterstützungsprogramm von IOM zum Verfahren Familienzusammenführung zu subsidiär Schutzberechtigten ab 01.08.2018

IOM hat für die Neuregelungen zum Familiennachzug ab dem 1.8.2018 wichtige Informationen zum Verfahren zusammengestellt. Die Zusammenfassung finden Sie hier

 

Vom Teufel und von alltäglichen Wundern – was Takt und Melodie einer Gesellschaft bewirken

Mernoush Zaeri-Esfahani mit dem Thema „Interkulturell kompetent-aber wie?“ in Mosbach

Mosbach. Warum der Teufel im Iran immer anwesend ist, aber in Deutschland jeder einen „inneren Richter“ und Schweinehund hat, oder warum ein Bild eines Bürgermeisters beim Mülleinsammeln in vielen Ländern Neuwahlen auslösen könnte, erfuhr man am vergangenen Freitag von der Dipl. Sozialpädagogin Mernoush Zaeri-Esfahani.

„Mama, mach die Tür auf, eine Wunder ist geschehen!“, hört man jeden Mittwochmorgen in Karlsruhe – dann öffnet Frau Zaeri-Esfahani der Müllabfuhr den Hof und sie bedankt sich - jedes Mal. Warum, wollten ihre Kinder wissen und so erläuterte sie, dass es einer Kette von Wundern bedürfe, damit pünktlich und bei jedem Wetter der Müll abgeholt würde. Das erste Wunder: der Bürgermeister hat das Geld nicht in die eigene Tasche gesteckt, sondern ein Müllauto gekauft; das letzte Wunder: die Mitarbeiter der Müllabfuhr sind morgens zur rechten Zeit bei der Arbeit erschienen. Dass diese Verlässlichkeit und Infrastruktur im europäischen Zeitverständnis, der Geschichte und Sozialisierung begründet sind, wurde den rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern im Foyer des Landratsamtes in bunten Geschichten und Bildern in zwei kurzweiligen Stunden verdeutlicht.

Die aus dem Iran stammende Referentin, die mit ihrer Familie nach Deutschland floh und seit ihrem 10. Lebensjahr hier lebt, bediente sich dem lebendigen und humorvollen Stil der iranischen Geschichtenerzählerinnen. Sie wies darauf hin, dass sie „schwarz“ und „weiß“ beschreibe, gesellschaftliche Reinformen, die es so im echten Leben nicht gebe. Damit könne man die Zusammensetzung der „Grautöne“ in der Realität aber besser analysieren. Zaeri-Esfahani beschrieb, was es für den Einzelnen/die Einzelne bedeutet, in verschiedenen Gesellschaftsformen aufzuwachen. Sie erläuterte, wie Unterschiede der gesellschaftlichen Ordnung wirtschaftliche und politische Strukturen prägen. Von Individualismus, Kollektivismus, Machtdistanz und Zeitverständnis war die Rede. Immer wieder wurden Rückschlüsse auf das Zusammenleben mit Migranten und Migrantinnen hier bei uns gezogen, Beispiele aus der Begleitung von Geflüchteten und aus der Integrationsarbeit in Kindergärten besprochen. Dadurch konnte ein Bezug zur eigenen Arbeit und zum ehrenamtlichen Engagement beim Publikum hergestellt werden.

Zaeri-Esfahani erläuterte, dass Gesellschaften wie die unsere ein monochrones Zeitverständnis besitzen. Dieses Zeitgefühl haben aber nur ca. 5% der Weltbevölkerung. 95% der Menschheit tickt anders, lebt sozusagen die Melodie des Alltags. In den uns vertrauten monochronen Gesellschaften wird in einem Zeitstrahl gedacht und vorausgeplant – der Alltag ist getaktet und individualisiert. Hält sich jede/r an Absprachen und ist pünktlich, kann man die eigenen Vorhaben nacheinander abarbeiten – laut Zaeri-Esfahani die „Königsdisziplin“, das Ziel der polychronen Gesellschaft. Das Getaktetsein ist anstrengend, weshalb man sich davon regelmäßig Urlaub nimmt und sich der natürlichen Form des Zeitempfindens hingibt, nämlich dem an der Natur orientierten, zyklischen Zeitverständnis. Unsere Urlaubsorte liegen, laut Zaeri-Esfahani, nicht zufällig in polychronen Ländern.

In einer Gesellschaft, die die Zeit als zyklisch empfindet, wird der Moment gelebt, weniger an die Zukunft gedacht, weshalb Pläne schwerer umsetzbar sind. Da eine Infrastruktur mit Gesetzen, Rechtssicherheit, sozialen Hilfen, staatlichen Sicherungssystemen, öffentlichem Personennahverkehr etc. schwerer aufgebaut werden kann, ist die Form des Zusammenlebens nach wie vor die der Großfamilie, welche Schutz und Auskommen bietet. Hierarchien sind in der Großfamilie notwendiger Weise klar definiert, sichtbar und nutzbar. Jede und jeder hat seinen Platz im Gefüge. Verliert man diese Stellung oder will man seine zugedachte Rolle nicht, verliert man den Schutz und die Wärme der Gemeinschaft. Man wird jedoch nicht vom sozialstaatlichen Rahmen aufgefangen. Die eigenen Wünsche sind daher die dem Kollektiv unter zu ordnen.

Als Pädagogin befasste sich Zaeri-Esfahani besonders mit dem Thema „Erziehung“, denn diese ist in der individualistischen und kollektivistischen Gesellschaft sehr unterschiedlich. Zaeri-Esfahani stellte beispielsweise eine Langzeitstudie mit deutschen und kamerunischen Müttern vor oder erzählte aus dem Kitaalltag in Deutschland. Hier bei uns treffen nun Menschen aufeinander, die individualistisch oder kollektivistisch erzogen wurden. Die eigene Gesellschaft und die Strukturen in anderen Ländern zu kennen, d.h. gut informiert zu sein, und sich wertschätzend zu begegnen ist laut Zaeri-Esfahani der Schlüssel für ein gutes Miteinander trotz möglicher Missverständnisse oder Konflikte. „Zaeri-Esfahani schaffte es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Transkulturalität aus der Migrationsforschung, Psychologie und Kulturforschung so anschaulich zusammenzubringen, dass nicht nur gedacht, sondern auch gelacht wurde“, resümiert Nancy Gelb, ev. Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration. Die Veranstaltung war eine Kooperation des Ev. Kirchenbezirkes Mosbach, des Diakonischen Werkes und des Landratsamtes im Neckar-Odenwald-Kreis. (bell)

Von der Begleitung zur Teilhabe; Waldbrunner „Café Cu*ltura“ richtet sich neu aus – Künftig zweimal im Monat Treff im ev. Gemeindehaus Strümpfelbrunn

 

„Café Cu*ltura“ - seit nunmehr zwei Jahren verbindet sich in Waldbrunn mit diesem Namen ein Begegnungscafé, das sich wöchentlich im ev. Gemeindehaus in Strümpfelbrunn trifft. Vor allem die Begleitung  und Unterstützung Asyl suchender Menschen sowie die Begegnung von Einheimischen und Geflüchteten stand und steht im Zentrum dieser Arbeit.  Zwei Jahre „Cu*ltura“ – für die Verantwortlichen dieses regelmäßigen Treffs war dies Anlass, das bisherige Angebot zu reflektieren und sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft zu machen. Denn vieles hat sich verändert und ein gutes Stück Integration ist gelungen. So sind die Gemeinschaftsunterkünfte inzwischen nur noch von wenigen Geflüchteten bewohnt, die Gebliebenen sind oftmals in Ausbildungsverhältnissen, gehen eigenen Interessen nach und haben ein immer breiteres Netzwerk auf das sie zurück greifen können.   

Um das Angebot „Cu*ltura“– sicher und gut auf den Prüfstand zu stellen, fand man sich dieser Tage zu einer Zukunftswerkstatt zusammen. Moderiert und geleitet wurde der kreative Neuerungsprozess von Nancy Gelb, der Kirchenbezirksbeauftragten für Flucht und Migration (Diakonisches Werk) und Jonathan Richter, Gemeindepfarrer in Strümpfelbrunn. 

Orientiert an der Workshop-Methode „World Café“ waren die Teilnehmenden aufgerufen an verschiedenen Tischgruppen die Möglichkeiten und Grenzen der „Cu*ltura“ -Arbeit ins Gespräch. Bewaffnet mit Stift und mit Stimme wurden Ideen gesponnen und verworfen, diskutiert und argumentiert, doch am Ende gab es ein Ergebnis: Ab April 2018 wird das Begegnungs-Café am ersten und dritten Donnerstag im Monat seine Tore öffnen, auch die Uhrzeit wurde angepasst, trifft man sich doch fortan von 18. bis 20. Uhr, doch weiterhin im ev. Gemeindehaus Strümpfelbrunn.

Ein stärkerer Austausch über die unterschiedlichen Kulturen lag den Beteiligten für die Zukunft am Herzen. Talkrunden über Syrien oder Deutschland, über Heimat und Fremde sollen in den zwei Stunden genauso auf dem Programm stehen wie das gemeinsame Kochen und Spielen. Auch Ausflüge sollen das Angebot abrunden, getragen und verantwortet von allen, die das wollen.

Doch nicht alles soll anders werden. So soll „Cu*ltura“ auch weiterhin für die Begegnung untereinander, den persönlichen Austausch, das Abbauen von Berührungsängsten und das (spielerische) Lernen von Sprache und Verständigung stehen.

Von der Begleitung zur Teilhabe - so lässt sich das neue Programm vielleicht zusammenfassen, denn darin war man sich einig: Integration lebt vom Engagement aller und gelingt weiterhin nur, wenn alle sich einbringen.


Volles Haus bei „Mit weniger Geld gut leben“

Untertitel: Gut besuchter Infoabend aus der Vortragsreihe „Leben bei uns!“

Mosbach. Ein zahlreiches und buntes Publikum fand sich am 13.4.2018 ab 18:00 in der Ideenwerkstatt Mosbach ein, um beim Informationsabend der Reihe „Leben bei uns“ zum Thema „Mit weniger Geld gut leben“ dabei zu sein. Vielfältig wie das Thema waren auch die sozialen und kulturellen Hintergründe der anwesenden Damen und Herren. Vier Fachreferentinnen erklärten viele Facetten des Themas „Finanzen“ an zahlreichen praktischen Beispielen und Alltagshilfen, wie dem Haushaltsbuch der Sparkasse oder der Übersicht für günstiges Telefonieren ins Ausland der Stiftung Finanzen.

Simone Fleckenstein, Integrationsbeauftragte der Stadt Buchen, schilderte Zweck und Handhabung eines Hauhaltsbuches, welches auch jedem und jeder mitgegeben wurde, anschaulich an den Ausgaben einer Familie. Das Diakonische Werk, vertreten durch Nancy Gelb, Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration des Evangelischen. Kirchenbezirks Mosbach, und die Sozialarbeiterin Annika Spitzer vom Arbeitslosentreff und der allgemeinen Sozialberatung, erläuterten darauf aufbauend, wie man einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben behalten kann, wo sich Kostenfallen in Verträgen und im Internet verstecken, wie man kostengünstig und vorausschauend einkauft und wo sich in und um Mosbach sparen lässt. Vorgestellt wurden Termine für Flohmärkte, Second-Hand-Läden, der Diakonieladen, „Möbel und Mehr“ der Caritas, DRK Kleiderladen und die Tafelläden.

Wo ich Beratung rund ums Thema Geld und Schulden bekomme, stand ebenfalls auf dem Programm. Letzteres wurde von Viola Spitzer von der Schuldnerberatung der Digeno referiert. Sie erläuterte, was man tun kann, wenn man doch in die Schuldenfalle geraten ist und man den Kopf nicht in den Sand stecken will. Spitzer erklärte u.a. die Schufa und deren wichtige Bedeutung für Vertragsabschlüsse, beispielsweise einem Mietvertrag. Für die angesprochenen Bereiche gab es Checklisten in verschiedenen Sprachen zum Mitnehmen. Alle interessierten Besucher konnten auch einen Kontoauszugsordner erhalten. „Ich habe ein interessiertes, aufgeschlossenes und interaktives Publikum erlebt. Es hat viel Freude gemacht in dieser angenehmen Atmosphäre zu sprechen. Zudem war auch für das leibliche Wohl gesorgt und alles gut organisiert“, resümiert Referentin Annika Spitzer. Das Programm mit den vielen Tipps wurde begeistert aufgenommen, was man auch an den zahlreichen, mehrsprachigen Unterlagen messen kann, die mitgenommen wurden.

Die Veranstaltung „Leben in Deutschland – Mit weniger Geld gut leben“ findet nochmals am 09.05.2018 um 18:00 Uhr im Alten Rathaus (Marktstraße 25) in Buchen statt. Die Reihe wird organisiert vom Koordinationsteam für Flüchtlingsfragen und Integration bestehend aus den hierfür beauftragten Stellen des Landratsamtes, der Stadt Buchen, der Stadt Mosbach, den ev. Kirchenbezirken Mosbach und Adelsheim-Boxberg sowie dem Diakonischen Werk im NOK.


Integrationsarbeit mit Geflüchteten auf gutem Weg, der Asylhelferkreis Adelsheim berichtet

Von den ehemals 140 Flüchtlingen, die im Friedrich Gerner Ring in zwei Containern untergebracht waren, leben heute in Adelsheim/Sennfeld 41 Personen, 8 Familien mit 18 Kindern und 13 alleinstehende Männern. Betreut werden außerdem noch je zwei junge Männer in Osterburken und Heidelberg.

Die wichtigste Bedingung für die Neuankömmlinge ist der Erwerb der deutschen Sprache. Integrationskurse führten über mehrere Monate hinweg zur B1Prüfung, damit verbunden ist der Kurs LID (Leben in Deutschland) mit Informationen über Politik und Gesellschaft in Deutschland. Die meisten Teilnehmer haben diesen Kurs erfolgreich abgeschlossen und ein junger Mann mit sehr geringer Schulbildung im Herkunftsland  hat den Hauptschulabschluss hier  erreicht. Damit ist die Voraussetzung gegeben sich für einen Arbeitsplatz oder eine Lehrstelle zu bewerben. Lehrstellen wurden gefunden: im KFZ-Bereich, als Industriemechaniker, in der Papierherstellung in der Altenpflege. Arbeitsplätze gibt es bei Würth, bei GlasLine, in einem Bauunternehmen, im Schwimmbad, als Küchenhilfe in einem Restaurant, bei der Post, in einer Schreinerei, in einer Gärtnerei… Ein früherer „Adelsheimer“ studiert seit einem Jahr bei SAP Wirtschaftsinformatik.

Von den 18 Kindern gehen die meisten (sehr gerne) in die Adelsheimer Grundschule und werden dort in einer eigenen Förderklasse betreut oder auch schon in den in den normalen Klassen mit beschult. Zwei Kinder können im neuen Schuljahr die Realschule bzw. das Gymnasium besuchen. Besonders die Kinder haben sich schnell eingewöhnt dank der sehr guten Betreuung in Kindergarten und Schule. Sehr rasch wird ihnen Deutsch als Sprache des Landes in dem sie leben geläufig. Damit fördern sie auch die Sprechfähigkeit in ihrer eigenen Familie, sie werden zu Dolmetschern für die Eltern. Freundschaften der Kinder untereinander bringen auch deren Eltern wiederum in Kontakt. Durch die Teilnahme an verschiedenen Vereinen (Fußball, Turnen, Zwergenturnen...) und durch die Arbeitsstellen entstehen ebenfalls neue Kontakte.

Dankenswerterweise helfen einige Adelsheimer und Sennfelder Bürger bei dieser Betreuung und unterstützen sehr aktiv die hilfreiche  Arbeit der Migrationberatung und der Integrationsmanagerin. Sie begleiten die Familien bei Behördengängen, bei Arztbesuchen, bei Beratungen in Schule und Kindergarten, bei der Jobsuche… und sie machen gute Erfahrung mit diesen sehr offenen Menschen. Oft wird man zum Essen oder zum Kaffee eingeladen und bekommt so Einblick in eine ganz andere Kultur.

Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung.



Pressemitteilung der Diakonie Deutschland zu AnKER-Zentren

Nach den Stellungnahmen Diakonischen Werk und des Caritas Verbandes an die Innenministerkonferenz hat die Diakonie Deutschland eine Pressemeldung zu AnKER-Zentren veröffentlicht.

Ebenfalls hat sich die Rechtsberaterkonferenz deutlich geäußert.

Hier können Sie die einzelnen Stellungnahmen abrufen:

Diakonie Deutschland

Rechtsberaterkonferenz


Aktuelle Rechtssprechung

30.08.2018 VGH Bayern

In einer Entscheidung vom Mai 2018 hat der VGH bayern festgestellt, dass Personen im Kirchenasyl nicht als "flüchtig" i.S.d. Dublin-Verordnung eingestuft werden können, wenn ihr Aufenthaltsort dem BAMF bekannt ist. Dies entspricht laut VGH der ganz überwiegenden Meinung der Rechtsprechung. Dem widerspricht die neue Praxis des BAMF, die Überstellungsfrist in vielen Fällen des Kirchenasyls zu verlängern.

Den Beschluss des VGH Bayern können Sie hier einsehen: Beschluss VGH Bayern 16.05.2018

 

19.06.2018 EuGH - Keine Abschiebung bis zur entgültigen Entscheidung über den Asylantrag

Mit seinem Urteil in der Rechtssache Gnandi von Mitte Juni 2018 hat der EuGH grundsätzliche Vorgaben zum Rechtsschutz in asylrechtlichen Verfahren gemacht, die die Rechtslage in Deutschland in Frage stellen. Laut Luxemburger Gerichtshof kann eine Rückkehrentscheidung zwar unmittelbar im Anschluss an die Ablehnung des Asylantrags, noch vor Ausschöpfung von Rechtsmitteln, erfolgen. Allerdings darf eine solche Rückkehrentscheidung vor endgültiger Entscheidung über den Rechtsbehelf nicht vollzogen werden.

 

12.04.2018 EuGH

Familiennachzug zum unbegleiteten Minderjährigen auf den Kopf gestellt, Auswirkungen unmittelbar auch auf die deutsche Praxis. Eine Zusammenfassung des Urteils und eine Bewertung für die hiesige Praxis finden Sie bei Flüchtlingsrat BaWü http://fluechtlingsrat-bw.de/informationen-ansicht/eugh-stellt-elternnachzug-zu-umf-auf-den-kopf.html das Urteil des EuGH können Sie unter http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf;jsessionid=9ea7d2dc30dd9732938f746a4f8a84d0c04a22527ab5.e34KaxiLc3qMb40Rch0SaxyNbNj0?text=&docid=200965&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1&cid=757850 als Volltext abrufen.

13.02.2018 LSG Niedersachsen-Bremen

Leistungen für Auszubildende, für die gemäß § 2 Abs. 1 AsylbLG das SGB entsprechend anzuwenden ist XII, Aufstockender Anspruch zur Berufsausbildungsbeihilfe

24.01.2018 LSG Berlin-Brandenburg

Ausbildung spricht für einen rechtmäßigen und dauerhaften Aufenthalt nach § 132 I SGB III (Berufsausbildungsbeihilfe)


Nächste Sammelabschiebung nach Afghanistan am 11.09.2019

+++Afghanistan-Abschiebung am 11.09.2018

 

Der Flüchtlingsrat BW hat unter Berufung auf einen Bericht des Spiegels den nächsten Termin einer Sammelabschiebung nach Afghanistan am 11.09.2018 veröffentlicht. Danach soll der Abschiebeflug vom Flughafen München starten. Es wird befürchtet, dass auch...

mehr

Nächster Abschiebeflug nach Afghanistan, 26.03.2018

+++Afghanistan-Abschiebung am 26.03.2018

 

Die Abschiebung nach Afghanistan gehen offensichtlich weiter, so berichten zumindest verschiedene Medien. Der nächste Abschiebeflug soll am 26.03.2018 vom Flughafen Leipzig / Halle starten.

 

Mehr Informationen zu Abschiebungen und der neuen,...

mehr

Neue Mitteilung IOM, Familienunterstützungsprogramm März 2018, neues Büro Amman, Jordanien

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

seit Ende letzten Monats ist unser FAP-Büro in Amman, Jordanien offen. Dort unterstützen wir ebenfalls syrische und irakische Familien beim Familiennachzug nach Deutschland. Sie erreichen uns unter: info.fap.jd@iom.int (Arabisch, Deutsch, Englisch)

 

Alternativ...

mehr

Unsere Veranstaltungen